Jimmy braucht neue Prothesen - ein Hilferuf vom 29.4.2011

Jimmy Santi ist ein QuiShuar Indígena aus der ecuadorianischen Amazonas-Gemeinde Amazanga bei Puyo, den wir seit 2001 unterstützen. Er wurde ohne Beine geboren, und ich lernte ihn als achtjährigen Jungen kennen, der sich mit Hilfe seiner Arme und Beinstümpfe fortbewegte.
Mit Spendengeldern unseres Vereins konnten wir zunächst zahlreiche Untersuchungen und eine aufwändige Hüftoperation als Voraussetzung für das beschwerdefreie Nutzen von Beinprothesen finanzieren sowie danach zweimal Prothesen und Krücken.
Nun ist er wieder gewachsen, die Oberschenkel-Stümpfe sind "muskulöser geworden, haben also ausgelegt, so dass die Prothesenränder ins Fleisch schneiden! Und das ist für die Durchblutung schädlich." Dies schrieb mir Ruth Rödel aus Quito, die sich seit Jahren sehr um Jimmy und seine Familie kümmert, in ihrer letzten Mail. Es werden wohl wieder einige tausend Dollar benötigt werden. Jimmy braucht auch nach wie vor Unterstützung bei seiner schulischen Entwicklung und seiner Ausbildung.

Für ihn bitten wir um Spenden unter dem Kennwort "Jimmy" auf unser Konto.

 

Jimmy Santi ohne Beine in seiner Hütte in Amazanga, Ecuador, Foto: Frank Sputh 2001

Jimmy Santi bei Ruth Rödel in Quito, Ecuador
21.2.2010

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Wir freuen uns auf Ihre / Euere Post und hoffen sehr auf starke Unterstützung!

Mit herzlichen Grüßen

Frank Sputh

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Wie alles begann ...

Seit 2001 unterstützen wir Jimmy Santi Jimpikit aus der QuiShuar-Gemeinde Amazanga bei Puyo in der Amazonas-Provinz Pastaza im südamerikanischen Ecuador. Er wurde ohne Beine, nur mit Beinstümpfen, geboren und hätte ohne uns vermutlich keine Chance gehabt, jemals richtig laufen zu können. Wir finanzierten umfangreiche medizinische Untersuchungen und eine aufwendige Hüftoperation als Voraussetzung für die beschwerdefreie Nutzung von Prothesen. 2002 und 2007 beteiligten wir uns an der Finanzierung von Beinprothesen und Krücken. Außerdem unterstützen wir seine schulische Entwicklung und helfen seiner Familie bei ihren Bemühungen um würdigere Lebensverhältnisse.

Jimmy Santi ohne Beine in seiner Hütte in Amazanga, Ecuador
Foto: Frank Sputh 2001
Jimmy nach seiner Hüftoperation
im Hospital Metropolitano, Quito
Foto: Frank Sputh 2001
Jimmy Santi in seiner Hütte
bei Puyo, Pastaza, Ecuador
Foto: Frank Sputh 2006

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Wie ich Jimmy kennen lernte

2001 war ich, Frank Sputh, mit 15.000 US-Dollar nach Ecuador geflogen, um eine chirurgische Operation zur Entfernung eines Gehirntumors von Ricardo Chugchilán zu organisieren. Ricardo war der älteste Sohn der aus Tigua in den ecuadorianischen Anden stammenden Malerfamilie Chugchilán. Mehr Infos zu diesem Hilfsprojekt finden Sie demnächst hier.

Nach der erfolgreich verlaufenen Operation Ricardos war noch viel Geld übrig, da sie nicht so teuer war, wie uns ursprünglich mitgeteilt wurde.

Horst Reinhold, der in Quito, Ecuador, lange als Lehrer gearbeitet hatte, fragte mich, ob ich einem achtjährigen Indianerjungen helfen könnte, der ohne Beine geboren wurde. Sein Name sei Jimmy Santi. Er wohne in Amazanga bei Puyo, einer Urwaldgemeinde von Quichua- und Shuar-Indígenas am Rande des Amazonas-Regenwalds, die sich vermischt hatten und QuiShuar nannten.

Ich war nicht sicher, ob ich ihm helfen könnte, beschloss aber, nach Amazanga zu fahren und Jimmy zu besuchen.


Die QuiShuar-Gemeinde Amazanga im Regenwald der Provinz Pastaza, Ecuador, Foto: Frank Sputh 2001 Rafael Santi, QuiShuar-Schamane in Amazanga
Foto: Frank Sputh 2001

 

 

 

 

 

 

 

 


Als ich ihn das erste Mal sah, wusste ich sofort, dass ich zumindest versuchen wollte, ihm zu helfen. Ich war beeindruckt davon, wie geschickt er sich mit Hilfe seiner Beinstümpfe und Hände bewegen konnte. Doch mehr Wirkung auf mich hatten seine unendlich traurigen Augen. Selten zuvor in meinem Leben hatte ich so melancholische Augen gesehen. Selten zuvor konnte ich einem Menschen durch diese Fenster so direkt in seine verwundete Seele blicken. Sein Anblick schnürte mir das Herz zu. Ich wusste, wir mussten ihm helfen.

Richard Santi Amazanga
Jimmy's Vater Richard Santi in seiner Hütte
in Amazanga, Foto: Frank Sputh 2001
Jimmy Santi ohne Beine in seiner Hütte in Amazanga
Foto: Frank Sputh 2001

 

 

 

 

 

 

 

 


Natürlich wollte Jimmy laufen können wie alle anderen Jungen auch. Doch hier hatte ihm in den ersten acht Jahren seines Lebens niemand geholfen, seine Situation zu verbessern. Es hatte ihm niemand helfen können. Prothesen waren für die Bewohner Amazangas unerschwinglich. Sie fragten mich, ob ich sie ihm besorgen könnte. Ich versprach, es zu versuchen.

Das einzige, was (offenbar mit Hilfe eines Vereins) gemacht wurde, war eine Röntgenaufnahme im Alter von 2 oder 3 Jahren. Wir versuchten unser Glück zunächst im nahegelegenen Puyo, jedoch ohne Erfolg. Also mussten wir Jimmy in der Hauptstadt Quito untersuchen lassen, eine Busfahrt von 9 Stunden. Hier sah er unter anderem das erste Mal einen Fahrstuhl.


Puyo, Ecuador Quito, Ecuador
Puyo, Pastaza, Ecuador, Foto: Frank Sputh 2001 Quito, die Hauptstadt von Ecuador
Foto: Frank Sputh 2001

 

 

 

 

 

 

 

 


Der Fall schien eigentlich nicht kompliziert zu sein. Man müsste ihm nur Prothesen besorgen. Dann würde er bald laufen können. Pustekuchen. Ein aktuelles Röntgenbild zerstörte diese Illusion. Der Unfallchirurg Dr. Hernan Abad machte uns klar, dass Jimmy, wenn er jemals die Chance haben sollte, beschwerdefrei mittels Prothesen laufen zu können, zuvor operiert werden müsste, denn leider war sein linker Beinstumpf nicht richtig „justiert“. Der Knochen, ohnehin sehr fragil, saß viel zu hoch, nicht in der Pfanne, in die er gehörte. Das machte ihm noch keine Probleme, doch eines Tages kämen diese unausweichlich.


Jimmy und sein Vater Richard Santi vor der OP
Hospital Metropolitano, Quito, Ecuador
Foto: Frank Sputh, Dezember 2001
Jimmy im Hospital Metropolitano zu Röntgenaufnahmen vor der Hüftoperation, Quito, Ecuador
Foto: Frank Sputh, 14.12.2001

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Jimmy wird operiert

Am 20.12.2001 wurde Jimmy etwa 6 Stunden lang im Hospital Metropolitano in Ecuadors Hauptstadt Quito operiert. Der Knochen wurde gekürzt, ein Winkel geschaffen, alles mit Metallplatte, Schrauben etc. fixiert. Laut Dr. Abad eine der schwierigsten Operationen, die man an den Beinen machen kann. Auch diese OP verlief wie die von Ricardo sehr gut. Kurze Zeit später wurde Jimmy aus dem Hospital entlassen. Nach wenigen Tagen fuhr er mit seinem Vater Richard zurück nach Amazanga. 3 Wochen später sollte er noch einmal geröntgt werden. Nach etwa sieben Wochen sollte der Gips, der seinen kompletten Unterleib umschloss, abgenommen und zwei metallene Hilfsfixierungen entnommen werden. In einigen Wochen bis Monaten könne er möglicherweise anfangen, mit einem Hilfsinstrument, das in Ecuador ortesis heißt, Gehen zu üben, und in etwa einem Jahr könnten die Schrauben entfernt werden und er kurz darauf möglicherweise Prothesen bekommen … in einem Jahr.

Jimmy und sein Vater Richard Santi nach der OP
Hospital Metropolitano, Quito, Ecuador
Foto: Frank Sputh, Dezember 2001
Jimmy im Hospital Metropolitano nach der Hüftoperation, Quito, Ecuador
Foto: Frank Sputh, Dezember 2001

 

 

 

 

 

 

 

 



Bevor ich Ecuador 2001 wieder verließ, übergab ich noch 350 US-Dollar an Jimmys Vater Richard und weitere 1.000 Dollar an Horst Detlef Reinhold „fuer den Fall von Notfaellen, Roentgenaufnahmen, Medizin und aerztlichen Untersuchungen fuer den Jungen Jimmy Santi Jimpikit aus Amazanga bei Puyo, fuer den Fall, dass die 350 Dollar, die sein Vater Richard Luciano Santi Vargas von Frank Sputh erhielt, nicht ausreichen sollten.“ (Original-Zitat aus einer Quittung vom 23.12.2001, in der mir Horst den Erhalt von 1.000 Dollar bestätigte.)

Jimmy und sein Vater Richard Santi bei der Entlassung aus dem Hospital Metropolitano, Quito, Ecuador
Foto: Frank Sputh, Dezember 2001
Horst Reinhold, Jimmy, sein Vater Richard Santi
bei der Entlassung aus dem Hospital Metropolitano Quito, Ecuador, Foto: Frank Sputh, Dezember 2001

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Jimmy bekommt seine ersten Beinprothesen

Seit 2002 kümmerten sich Horst Reinhold und Lucía Hernandez verstärkt um Jimmy. Am 20.2.2002 schickte mir Horst einen Zwischenbericht zu Jimmy:

Lieber Frank! Schnell mal einen Zwischenbericht von hier:

Gestern wurde Jimmys Gips und etwas Metall entfernt, mit etwas Verspätung. Richard konnte sich nicht vorstellen, daß „die Zeit so schnell vergeht“. Jimmy fühlte sich auch ganz wohl in seinem Panzer. Aber das ist jetzt erledigt, nach 10 Tagen kommen die restlichen Schrauben heraus. Wir waren dann gleich beim Orthopäden, der die Preprothesen schon in 4 Tagen fertig hat. Es geht also trotz allem schnell und zügig voran.

Zu den Kosten: Für die Konsulta beim Dr. Abad zahlte ich 25$, obwohl ich ihn darauf hinwies, daß auch auf Grund Deines Briefes als Abmachung mit ihm galt, daß er doch dafür kein Geld nehmen wolle. Er meinte aber, das sei nur für das erste Mal gewesen, er könne das nicht ständig umsonst machen.

Andererseits bin ich überrascht, daß alles andere günstiger ist, als ich vorher kalkuliert hatte. Hier die bis jetzt bezahlten Kosten:

Konsulta Dr. Abad 25,-- $
Röntgenaufnahme 16,-- $
Operation (Gips u. Metallentf.) 53,37 $
Preprothesen 50,-- $
Medizin 1,90 $

Die Prothesen, die nach einigen Monaten anzufertigen sind, werden schätzungsweise 1.500 $ kosten.

Der Orthopäde hat schon mal Schuhe dafür bestellt. Richard hat auch, wie gefordert, brav Quittungsbelege gesammelt. Die Summe davon beträgt bis jetzt 128,44 $.

Soweit bis heute, später melde ich mich wieder. Herzlichen Gruß, auch an Birgit und Andreas und auch an Wolfgang Hempel, wenn Du ihn triffst. Horst